Obstmarkt Regelung

Bozen – Am Freitag hat sich die Bozner Ratsmehrheit erneut mit dem Entwurf von Vizebürgermeister Klaus Ladinser einer „Neuen Obstmarkt-Ordnung“ befasst und dabei die Ergänzungsvorschläge der Mehrheitsparteien diskutiert.

Rudolf Benedikter von Projekt Bozen findet: Ladinsers Entwurf geht in Ordnung. „Doch um die heutigen ‚Lücken‘ in den Standl-Reihen tatsächlich wieder mit Obst- und Gemüse-Verkaufsständen zu füllen, braucht es zusätzliche finanzielle Anreize für potenzielle neue Marktstandl-Betreiber. Und es braucht spezielle Anreize für die Direktvermarktung heimischer Bio-Agrarprodukte“, so Benedikter.

Doch wie könnte dies geschehen? „Etwa durch die Befreiung von Standplatz – und Müllgebühr. Dies könnte man mit einer ‚kreativen‘ Interpretation unserer geltenden COSAP-Ordnung erreichen: insbesondere unter Anwendung der Art. 11 (Befreiungen – lit.g) oder des Art. 19 (5°) betreffend die ‚Begünstigungen‘. Analog dazu die Müllgebührenordnung“, erklärt Benedikter.

Seiner Meinung nach sei es allgemeiner politischer Konsens, dass der Obstmarkt nicht nur ein wichtiger  „Marktplatz“ ist, sondern auch ein ensemblegeschütztes städtebauliches Kleinod ist, dessen Funktion als Obst-und Gemüsemarkt eine bedeutende kulturelle und wirtschaftliche Attraktion der Stadt darstellt. „Da somit der Obstmarkt einen klaren Mehrwert für Bozen darstellt, bestimmen die ‚Stadtväter‘ dafür im öffentlichen Interesse der Stadt Bozen mit Fug und Recht einige spezielle Zuweisungsregeln“, erklärt Benedikter abschließend.

Quelle. suedtirolnews.it

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Wald an den Bozner Hängen wird leichtfertig geopfert

Bozen – Zehn einzelne Umwidmungsvorschläge von  landschaftsgeschützem Wald in „landwirtschaftliches Grün“ legte heute Urbanistikstadträtin Pasquali der Kommission zur Genehmigung vor. „In allen Fällen ging es um eine Abänderung des Bozner Landschaftsplanes (Dekret des Landeshauptmannes vom 30.04.1998) und des geltenden Bauleitplanes. Während es in mehreren Fällen um rein rechtliche Sanierung bereits landwirtschaftlich genutzter Flächen (meist Weinberge) ging, geht es in anderen um die tatsächliche Rodung von Wald zugunsten von Weinbergen (oder Infrastrukturen) – beispielsweise in Kampenn, St. Georgen, Oberleitach oder in Kohlern/Wolftal (wo es um die Umwidmung von „alpinem Grünland“ geht): Mit teilweise fadenscheinigen Argumenten („… das St. Anna Kirchl in Kampenn wird dann besser sichtbar…“, oder: „das Waldstück liegt ausgerechnet zwischen zwei Rebhängen“ werden immer wieder kleinere Waldflächen beseitigt – mit dem einzigen Zweck, die Anbauflächen des jeweiligen Grundeigners zu vergrößern“, so Rudi Benedikter von Grünen/Projekt Bozen.

„Wie schon in der Kommissionssitzung vom 13. Oktober 2014  habe ich mich dezidiert gegen diese Manöver ausgesprochen und heute als einziges Kommissionsmitglied dagegen gestimmt: Seit 1998 stehen die Restwaldbestände an den Hängen um den Bozner Talkessel unter Landschaftsschutz – genauso wie die Kulturlandschaft selbst  – gemäß dem Bozner Landschaftsplan, der durch den Ensembleschutzplan 2009 und den „Masterplan 2010“ bekräftigt wurde. Damit wurde ein ökologisches und landschaftsbildliches Gleichgewicht zwischen Natur- und Nutzfläche an den Hängen um Bozen  registriert und normativ festgeschrieben, ein Gleichgewicht, das durch diese scheibchenweise Umwandlungen gestört  würde“, schreibt Benedikter.

„Interessanterweise hat die italienische Rechtsopposition in der Kommission angekündigt, die Vorschläge von Ass. Pasquali mitzutragen. Die Ratsfraktion Projekt Bozen / Grüne wird jedenfalls am Donnerstag im Gemeinderat gegen diese Manöver stimmen“, kündigt Benedikter an.

Quelle: suedtirolnews.it

SO NICHT, HERR HAGER

Offener Brief an Heinz Peter Hager
Kenntnis: Renè Benko, Helmuth Moroder, BM Spagnolli & Medien
Betrifft: Werbeschrift für das Benko-Projekt („Zukunft Bozen“ 13.Februar 2015)

INFORMATION JA – MANIPULATION NEIN!

Bei aller Sympathie für die Initiative Renè Benkos, aber eine derartige Manipulation geht zu weit:

Den heutigen (13.02) Tageszeitungen liegt eine Werbeschrift des Kaufhaus Bozen-Vereins (Benko-Fanclub) bei, die sich gleich auf den ersten Seiten zwei Unkorrektheiten erlaubt:

1. Das Foto, welches Sie zusammen mit dem City-Manager der Gemeinde Bozen Helmuth Moroder bei der Unterzeichnung eines Dokumentes zeigt: Damit missbrauchen Sie den zur Neutralität verpflichteten Generaldirektor der Gemeinde Bozen, weil Sie den Eindruck erwecken, die Stadt Bozen habe Ihr Projekt bereits genehmigt. Dies wird der Gemeinderat in seiner vollen Souveränität erst noch entscheiden…. und dies ist alles andere als sicher! Ich werde Moroder auffordern, sich davon zu distanzieren.
2. Außerdem werden Sie mit der Aussage zitiert „Jene die das Projekt verhindern wollen, handeln ausschließlich in ihrem Privatinteresse“ (Heinz Peter Hager.) Auch dagegen verwehre ich mich entschieden . Wenn Sie die Kritiker des Benko-Projekts derartig abkanzeln („ausschließliches Privatinteresse…“) dann ist das wirklich unterste Schublade und Sie erweisen Ihrem eigenen Projekt keinen guten Dienst!

Verbleibe, wie immer, mit freundlichem Gruß
Gemeinderat Rudi Benedikter